Reich und sexy

Berlin? Ja, Berlin. Diesmal ist keine Rede von einer „Failed Stadt“ (SPIEGEL), noch von einem „Katastrophenregime im Ausnahmezustand“ (WELT). Diesmal nicht.

Denn die Hauptstadt hat 2017 einen Überschuss von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Ein so hohes Plus hat Berlin lange nicht erzielt. Durch die gute Konjunktur und eine solide Finanzplanung nahm der Senat mehr ein, als er ausgab. Das hätten viele Kritiker der „Arm, aber sexy“-Stadt nicht zugetraut. Bätschi!

Zugegeben, die Zeiten der quietschenden Staatskassen sind noch nicht lange her. Auch der Flughafen wird nicht fertig, die Verwaltung hat Probleme, die Schulen könnten besser aussehen, und der Schuldenberg beträgt stolze 59 Milliarden Euro. Stimmt alles.

Doch wo Erfolge sind, soll man diese auch benennen. Und zwar laut! Ansonsten haben die Untergangs-Apologeten ihren Feldzug gegen Berlin schon gewonnen. Der Überschuss wird nun verteilt: Eine Milliarde für den Schuldenabbau, bleiben noch 58 Milliarden, und der Rest fließt in den Wohnungsbau und wird für den Kauf von S-Bahnen, die Finanzierung der Krankenhäuser, die Sanierung von Gefängnissen und den Umbau Tempelhofs in eine Kultureinrichtung verwendet.

Eine gute Bilanz für die Stadt. Doch die Berliner sind unzufrieden mit ihrer Regierung, dem Berliner Senat, wie immer. Das war in den letzten 20 Jahren immer so, egal ob eine Koalition aus Schwarz-Rot, Rot-Rot, Rot-Schwarz oder jetzt Rot-Rot-Grün regiert. Zumindest jetzt darf man sich freuen.

Zufriedenheit mit der Arbeit des Berliner Senats_seit 1998

Quelle: infratest dimap (2017)

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