Reich und sexy

Berlin? Ja, Berlin. Diesmal ist keine Rede von einer „Failed Stadt“ (SPIEGEL), noch von einem „Katastrophenregime im Ausnahmezustand“ (WELT). Diesmal nicht.

Denn die Hauptstadt hat 2017 einen Überschuss von 2,1 Milliarden Euro erwirtschaftet. Ein so hohes Plus hat Berlin lange nicht erzielt. Durch die gute Konjunktur und eine solide Finanzplanung nahm der Senat mehr ein, als er ausgab. Das hätten viele Kritiker der „Arm, aber sexy“-Stadt nicht zugetraut. Bätschi! Read More

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Früher war alles besser, weil morgen alles schöner wird

Die Zeit schreitet unaufhaltsam voran. Das Millennium ist längst kein neues mehr. Das 21. Jahrhundert liegt hinter, vor und zwischen uns.

Die Generation der 1990er schwelgt bereits in der Nostalgie vergangener Tage: Walkman, Ghettoblaster, Tamagochi. Kaum ist die drei eine Zahl, die mehr schlagartig nahende Realität als ferne Zukunft ausdrückt, schon meinen wir, in der heutigen Zeit den Sittenverfall, die ständige Präsenz der Krise und die allgemeine Unordnung warzunehmen – nichts geht halt über den guten, alten Walkman.

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Zurück in die Zukunft!

2018 ist noch keine zwei Wochen alt und doch wird man das Gefühl nicht los, eine wirkliche Verschnaufpause habe es nicht so recht gegeben nach einem in vielerlei Hinsicht atemberaubenden 2017. Die von diversen Soziologen, Philosophen und omnipotenten Gesellschaftsgurus seit Jahren festgestellte Beschleunigung des Alltags scheint nicht einmal mehr vor dem in unseren Breiten so kostbaren Jahresausklangsurlaub halt zu machen. Und so wird es auf dem weltpolitischen Parkett wohl auch im neuen Jahr – ganz dem deutschen Silvesterklassiker schlechthin folgend – heißen: Same procedure as every year!

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“Els carrers seran sempre nostres“

Die Auseinandersetzung zwischen Katalonien und dem spanischen Zentralstaat um die Unabhängigkeit der Katalanen hat sich in den vergangenen Tagen massiv zugespitzt. Barcelona, das urbanisierte Sinnbild Kataloniens und zugleich emotionaler Bezugspunkt für Menschen in ganz Europa, steht dabei besonders im Fokus. Unser Autor Max ist seit Mitte September zum Auslandssemester dort – und steht damit seit seiner Ankunft einem  Gewirr aus Emotionen und Eindrücken gegenüber. Ein Erlebnisbericht.

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Von Hölzchen auf Stöckchen

Manchmal, aber nur manchmal…soll man ja in der Stimmung sein, „über Politik“ zu diskutieren. Beziehungsweise über politische Themen. Beziehungsweise über – anstehende oder getroffene – Entscheidungen, Fragen, Werte, Probleme, die Relevanz für unser Zusammenleben haben. Beziehungsweise…“über Politik“ halt. Denn hinter dieser Phrase, die einen Spitzenplatz bei den Small-Talk-Downern innehat, stecken viele spannende Gespräche, die allerdings auch ihre Tücken haben.

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Politik: 6. Setzen!

Mit etwas Freude und ein wenig Überraschung lese ich heute im Tagesspiegel, dass endlich bis spätestens Sommer 2018 das Fach Politik Einzug in die Berliner Schulen finden soll. Obwohl natürlich nichts dagegenspricht, ein eigenständiges Fach für politische Bildung in die Berliner Mittelstufe zu holen, liegt der Teufel wie immer im Detail. Das wohl offensichtlichste nimmt denn auch den größten Raum im Artikel ein: Es mangelt (wie überall in Berlin) im Grunde am Geld.

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Der Ton macht die Musik

Rhetorische Finesse, würdevolles Auftreten, Demut: Die Ansprüche an (demokratische) Staatsoberhäupter und Regierungschefs sind im 21. Jahrhundert mitnichten gesunken. Ganz im Gegenteil scheint das Amt des Präsidenten in der gesellschaftlichen Wahrnehmung weiterhin übermenschliche Fähigkeiten vorauszusetzen. Trotz Aufklärung, Säkularisierung, Industrieller Revolution und Siegeszug der exakten Wissenschaften haftet dem Posten des Staatslenkers ein im gesellschaftlichen Mainstream längst verdrängt geglaubter Mythos an: Als Repräsentant seiner Nation umweht ihn ein postroyaler Souveränitätshauch, der einst weltliche und göttliche Macht zu vereinen trachtete.

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Die Sache mit der Technik

Neben vielen anderen Dingen, von denen ich ehrlich gesagt wohl auch kaum irgendetwas verstehe, hat uns Laien das Virus Wannacry letzte Woche wieder einmal beeindruckend gezeigt, wie wichtig Windows-Updates sind. Im begrenzten Kosmos eines interessierten Ahnungslosen erfüllt sich hier die Binsenweisheit der einzigen Sicherheit: Unsicherheit.

Neben viel Glück zeigt die Attacke mehr als deutlich, dass mit der Ausbreitung von IT-Systemen und der Vernetzung von so gut wie allen Dingen, welche uns bald einmal umgeben werden oder schon umgeben, vor allem auch die Abhängigkeit steigt. Schon heute sind die meisten Nutzer von Technik (mich eingeschlossen) wohl kaum in der Lage auch nur ansatzweise deren Funktionsweise zu verstehen. Neben dem herkömmlich bekannten Datenwahn wird durch Wannacry aber vor allem deutlich, wie abhängig sich selbst öffentliche Infrastruktur wie das britische Gesundheitssystem von der Update-freude der dort arbeitenden Angestellten macht bzw. von der Bereitschaft, Lizenzen für neuere/ aktuellere/ „sichere“ Betriebssysteme bereitzustellen. Wenn auch glücklicherweise genauso Verlass auf die guten wie die schlechten Experten (lies: Hacker?) zu sein scheint, so ist doch recht Eindrucksvoll bewiesen, dass sich nach NSA Skandal, Datenlecks und Finanzkrise noch immer eine Expertengruppe vollkommen abseits des Sichtfelds politsicher Mainstreamanalysen zu befinden scheint:

Die Gruppe derjenigen, die in der Lage sind, kritische Systeme u.a. auf fast dem gesamten Planeten binnen weniger als einem Wochenende lahm zu legen.

Erinnert man sich an den „kleinen“ Fauxpas der IT im Bundestag zurück, erscheint es fast erschreckend wie das LiMux-Projekt am „hohen Aufwand“ scheiterte. Schade um die Möglichkeiten einer Gesellschaft (lies: Utopie), deren Verwaltung auf freier Software basieren und deren Entwicklung vorantreiben würde. So verbleibt nur zu hoffen, dass das Smart Home nicht auf alten Systemen läuft.