Zusammen füreinander

Mit einem historischen, um nicht zu sagen lange überfälligen Schritt, haben wir nun auch in Deutschland, wenn nicht doch noch was dazwischenkommt, endlich die Ehe für alle. Definitiv gut, definitiv ein Grund zum Feiern.

Wäre da nicht die Ehe für Alle.

Im Kommentar der taz zeigt sich der Zwiespalt zur Ehe mehr als deutlich. Ehe ist hier konservativ, altbacken, Gesellschaftskonform, katholisch und vor allem umschrieben mit: „Erniedrigt, geknechtet, verlassen“. Über das Ehegattensplitting kann man nun denken was man will, definitiv kann man der Sache berechtigt kritisch gegenüberstehen wie man allen Dingen berechtigt kritisch gegenüberstehen kann. Grundsätzlich kann man sagen, Zweisamkeit sollte durch den Staat nicht mehr gefördert werden, als Dreisamkeit oder Einsamkeit etc. Wer mit wem zusammen ist und warum geht niemanden etwas an.

Das stimmt.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Ehegattensplitting ist umso effektiver genutzt, je mehr die beiden verheirateten Menschen in der Gehaltsklasse und damit hinsichtlich ihrer bezahlten Arbeit auseinanderdriften.

Das stimmt.

Betrachtet man nur die (vor allem steuerlichen) Vorteile einer Ehe, entsteht hier leicht der Eindruck einer Diskriminierung zugunsten eines altbackenen, katholisch-europäisch geprägten Konstrukts. Mit der Ehe geht man allerdings auch nicht unerhebliche Verpflichtungen ein. Aus staatlicher und damit wohl auch gesellschaftlicher Sicht, verpflichten sich Ehepaare in erster Linie dazu, füreinander einzustehen, bevor dies die Gemeinschaft tut.

Ob man nun diese Form der Verantwortungsübernahme bzw. -verpflichtung fördern soll oder nicht, ist natürlich ebenfalls streitbar. Wenn man sie allerdings fördert, dann für alle die wollen gleich. Dafür wiederum scheint Ehe allerdings ein zu vorbelasteter Begriff, wie sich in Italien zeigte. Denn wenn Freunde heiraten, ist es dann eine Entscheidung der Liebe, gegen die Familie oder für gegenseitige Verantwortung füreinander?

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