Push it to the limit

Über manche Dinge regen wir uns gerne auf. Sie gehen uns richtig auf die Nerven, aber gerade noch nicht genug, dass wir etwas dagegen tun würden.

Denken wir beispielsweise an die allseits bekannte Mücke im Schlafzimmer. Gerade, wenn wir in das Reich der Nächtigenden einzutauchen gewillt sind, fliegt eine Mücke aufgeweckt durchs Schlafzimmer und macht dieses nerventötende, monotone Bsss-Geräusch, ohne Rücksicht auf die Befindlichkeit der möchte-gern-Schlafenden. In diesem Moment entsteht ein unausweichlicher innerer Konflikt zwischen Handeln und Bequemlichkeit, bei dem, meistens jedenfalls, die Bequemlichkeit Oberwasser behält:

Wird schon. Ich gewöhn mich dran.

Bssss.

Egal. Einschlafen!

Bssss.

Und dann kommt doch der flüchtige Moment des Aufruhrs. Mutig stehen wir auf und begeben uns auf die Suche nach der Mücke, um sie, sagen wir, freundlich aus dem Zimmer hinauszubegleiten. Der kurze Augenblick der Forschheit weicht allerdings schnell der Ernüchterung. Das Ergebnis: Licht aus, zurück ins Bett.

So ähnlich erging es mir letzte Woche mit den Push-Meldungen auf meinem Handy. Mit schätzungsweise zehn verschiedenen Nachrichten-Apps habe ich mich an das lästige Aufpoppen irgendwelcher Meldungen zum Nachwuchs eines nicht-kontinentaleuropäischen Königshauses abgefunden. Als mich dann aber per Push-Meldung der Ausfall eines Fußballspielers für die abends stattfindende Begegnung erreichte (sorry, Fußball!), war das Fass mal wieder übergelaufen. Warum verkommt die Push-Meldung zur Übermittlung von Belanglosigkeit? Die geneigte Leserin würde jetzt vermutlich darauf hinweisen, dass ich einfach die Push-Funktion abstellen oder die Menge an Nachrichten-Apps reduzieren – oder, besser noch, das Smartphone einmal ganz beiseitelegen könnte. Nein, geht nicht.Grund: siehe Mücke. Mit einem kurzen Moment der Entrüstung erschöpft sich mein Handlungswillen für die nächsten Wochen.

Jetzt heißt es: Licht aus und versuchen einzuschlafen. Mal schauen, wie lange das anhält.

 

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