Es nervt

Auf zahlreichen „Montagsdemonstrationen“ widmen sich besorgte Bürger den Problemen Deutschlands, während die Medien hoffnungslos versuchen herauszufinden, was eigentlich diese Probleme genau sind. Irgendwie tummelt sich ja am Ende doch so ziemlich alles, was sich an Wut auf Bund und Land angesammelt hat, schlussendlich in diesen Riegen.

 

Es nervt.

Es nervt unheimlich, dass man beispielsweise wegen 200 bekloppten Deutschlandfahnen schwingender Menschen über 4 Stunden im Regen stehen muss. Nur aus der geringen Hoffnung heraus, sie würden doch irgendwann mal so etwas wie einen kritischen Moment erleben. Einen Augenblick des sich selbst Fragens, was sie hier eigentlich machen. Was denn Wörter wie „Systempresse“, „Meinungs- & Pressefreiheit“ oder „Demokratie“ überhaupt bedeuten.

 

Es nervt unheimlich, dass es selbst in meinem Bekanntenkreis Menschen gibt, die frei fröhlich ohne zu reflektieren Videos und Nachrichten von „Anonymous“ liken, kommentieren und teilen, ohne sich einmal Gedanken zu machen, warum die Deutsche Zelle einer völlig anonymen und globalen Hackerbewegung ganz plötzlich Partei gegen die „Deutsche Lügenpresse“ ergreifen sollte, Bücher vom Kopp Verlag bewirbt und zufällig dem Veranstalter der Erfurter Montagsdemos zur Seite springt, wenn es um die Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte durch den MDR geht. Auch hier fehlt der Moment, in dem man einmal kurz darüber nachdenkt, wer hier eigentlich was schreibt und warum.

 

Es nervt, jeden Tag aufs Neue die Hand zum Kopf zu führen, um sich die eigenen Haare zu raufen, beim Anblick dessen, was Unwissenheit und schlichtweg die Unfähigkeit des Sich-Selbst-Reflektierens mit den Menschen anrichten kann. Allein der Glaube, Nachrichten von Internetseiten, welche sich über Werbebanner (und somit über Klickzahlen) finanzieren, wären vertrauenswürdiger, qualitativer und besser recherchiert als die gedruckten der Printmedien. Der Schrei nach kostenloser Qualität verbunden mit der Beschwerde, man würde ja selbst nicht gut für seine Arbeit entlohnt. Journalismus ist ja letztendlich auch eigentlich mehr Hobby als Beruf. War uns ja allen schon immer klar. Nicht umsonst weisen schon Generationen von (Groß-)Eltern darauf hin, man möge doch lieber etwas Anständiges und Handfestes lernen/ machen.

 

Es nervt, zu sehen wie der gesellschaftliche Diskurs im Land so in den Bann gerissen wird, von Menschen, die selbst nicht wissen, was sie wollen, dafür aber als Einzige verstehen, was wir Anderen denn so falsch machen. 

 

Aber immerhin ist es jetzt soweit. Endlich wird mir vom Volk in Dresden, Köln, Erfurt (..) gezeigt, wie blind ich eigentlich bin. Vor lauter Muezzine habe ich vergessen, wie eine Kirchenglocke klingt. Es wird Zeit, dass Verläge wie Cornelsen etc. endlich vom Kopp-Verlag abgelöst werden. Unsere Kinder, nein unsere Zukunft, soll schließlich die Wahrheit erfahren. Damit nicht wieder eine Generation völlig sinnlos dem Wirrwarr der Wenigen folgt. Es gilt zu verhindern, dass die Ahnungslosen auf die Straße gehen, gelenkt von falschen Nachrichten und abstrusen Ideen.
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